Marienfeste

Marienfeste

Der Monat Mai ist – wie der Rosenkranzmonat Oktober – in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria geweiht. Die Maiandachten, die meist am Abend in der Kirche vor einem mit Blumen geschmückten Marienaltar stattfinden, sind eine beliebte Volksandacht. Diese Andachten kamen bereits im Mittelalter auf, haben aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts allgemeine Verbreitung gefunden. In den vergangenen Jahrzehnten verloren sie mancherorts ihre einstige Anziehungskraft, wie es auch kaum noch Brauch ist, Marienaltäre zu Hause aufzubauen, vor denen einst die Familie im Mai ihre Hausandacht hielt.

Hochfeste und Feste

Hochfest Mariä Erwählung (8.12.) mit vollem Namen: „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. Gefeiert wird der Glaube, dass Gott Maria seit Beginn ihrer Existenz von jedem Makel der Erbschuld bewahrte, auf Grund der Verdienste Christi Jesu.

Hochfest der Gottesmutter Maria (1.1.) ist wohl das älteste römische Mariengedächnis. Es bildet des Abschluss der Weihnachtsoktav.

Fest Mariä Heimsuchung (2.7.): Dieses Fest beruft sich auf den biblischen Bericht vom Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth, mit dem auch die Geburtsstunde des Magnificat verbunden ist. Eingeführt in den Festkalender der Kirche wurde dieser Tag durch Pius V. (1568/70).

Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel (15.8.): Dieses mehr allgemein gehaltene Marienfest ist eine Feier des Heimgangs Marias. Unter Papst Sergius I. (687-701) wird es mit einer Prozession ausgezeichnet. In der ersten Oration ist zu beten, dass die Großmutter zwar gestorben ist, „aber nicht durch die Bande des Todes festgehalten werden konnte“.

Fest Mariä Geburt (8.9.): Vermutlich geht es auf ein Weihfest der heutigen Annakirche in Jerusalem zurück. Es ist das dritte Geburtsfest im Römischen Kalender neben dem Geburtsfest des Herrn und dem des Täufers.

Marianische Gedenktage

Unserer Lieben Frau von Lourdes (11.2.): Dieser Gedenktag bezieht sich auf den ersten Tag der 18 Erscheinungen, die das Mädchen Bernadette Soubirous 1858 erfuhr. Dabei gab sich Maria zu ekennen.

Der Gedenktag Unbeflecktes Herz Mariä ist erst seit 1944 für die ganze Kirche vorgeschrieben. Er ist ein nicht gebotener Gedenktag und wurde auf den Samstag nach dem Herz-Jesu-Fest gelegt.

Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel (16.7.): Ein ursprüngliches Ordensfest der Karmeliter und durch Benedikt XIII auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Der Gedenktag Maria Königin (22.8.) wird seit 1954 in der ganzen Kirche gefeiert und liegt auf dem ehemaligen Oktavtag von „Maria Himmelfahrt“.

Der Gedenktag Mariä Namen (12.9.) ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt und hat seinen Ursprung in Spanien.

Das Gedächtnis der Schmerzen Marias (15.9.) stammt ursprünglich aus dem Mittelalter. Benedikt XIII feierte diesen Tag unter dem Namen „Fest der sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria“. Ein zweiter Anlass war die Rückkehr Pius VII. aus französischer Gefangenschaft.

Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz (7.10.): Als die Christenheit am 7. Oktober 1571 die Seeschlacht von Lepanto gewannen, schrieben sie dies dem Rosenkranzgebet zu. Nach einem weiteren Sieg über die Türken 1716 dehnte sich dieser Gedenktag über die ganze Kirche aus.

Gedenktag Unserer Lieben Frau von Jerusalem (21.11.): Das Weihefest der Kirche S. Maria Nova zu Jerusalem 543 setzte die Wurzeln für diesen Tag. Gefeiert wird die Zeit Marias bei den „Tempeljungfrauen“.