Ministranten

Ministranten

Der MINISTRANT (von lateinisch „ministrare“ = dienen) ist ein Altardiener. Ministranten sind ein fester Bestandteil der römisch-katholischen Kirche, wobei es auch in der altkatholischen Kirche und in manchen evangelischen Kirchen entsprechende Funktionen gibt. In Deutschland gibt es über 436.000 Ministranten (2009). Bayern ist seit jeher eine Hochburg des Ministrantendienstes.

► Ministranten sind Liturgie-Profis

Die Ministranten übernehmen in der Liturgie besondere Aufgaben, die überwiegend der Assistenz des Priesters dienen. Sie bringen Brot und Wein zum Altar, läuten die Glocken, schwingen den Weihrauch, tragen das Kreuz und prozessieren mit dem Priester ein und aus. Beim Gottesdienst haben die Ministranten ein eigenes liturgisches Gewand. Oft absolvieren sie eine Ausbildung, in der sie mehr über die verschiedenen Riten, liturgischen Farben, Zeichen und Symbole erfahren und lernen, wann und wie sie in der Liturgie zur Anwendung kommen.

Ministranten sind die Vertreter der Gemeinde und Assistent des Pfarrers im Gottesdienst. Die Benennungen der Dienste leiten sich zum Teil aus den früheren niederen Weihestufen des Priesteramtes her. Ministrant sein hat viele Gesichter! Auch was die Aufgaben angeht. Während der Eucharistiefeier bereiten die Ministranten als Altardiener zusammen mit dem Zelebranten den Altar, bringen also Brot, Wein und Wasser zum Altar und helfen dem Priester bei der Händewaschung (Lavabo). Nach der Heiligen Kommunion assistieren sie bei der Purifikation der Gefäße und bringen das Messbuch und die liturgischen Gefäße zur Kredenz zurück. Wo es üblich ist, läuten Ministranten vor den Wandlungsworten und zur Elevation  die (Altar-) Schellen oder schlagen den Gong an. Sie reichen dem Priester liturgische Geräte an und halten als Libriferar liturgische Bücher bereit. Mancherorts sammeln sie die Kollekte ein oder sind für das Läuten der „Wandlungsglocken“ während des Hochgebetes verantwortlich. Auch das Amt des Lektors kann oft von einem Ministranten übernommen werden.

Bei feierlich gestalteten Gottesdiensten tragen Ministranten als Thruferar das Weihrauchfass und als Navikular das Schiffchen. Als Ceroferare tragen sie Kerzen und Leuchter, als Kruziferar das Vortragekreuz. Sie tragen das Weihwassergefäß mit dem Aspergill und reichen es dem Priester (Weihwasserträger). Vielerorts übernehmen sie auch das Tragen von Vortragefahnen. In Pontifikalämtern halten sie als Signiferi Mitra (Mitrafer) und Stab des Bischofs (Baculifer), solange er diese Insignien nicht benötigt. Erfahrene Ministranten amtieren in größeren Gottesdiensten als Zeremoniar, der die anderen anleitet. Ähnliche Aufgaben haben Ministranten bei besonderen Gottesdiensten etwa im Triduum Sacrum, an Weihnachten und Fronleichnam, bei Pontifikalämtern, bei Prozessionen, im feierlichen Stundengebet und bei den sogenannten Kasualien wie Taufen, Trauungen und Begräbnisfeiern.

► Erkennungszeichen: Chorrock und Plakette

Beim Gottesdienst haben die Ministranten ein eigenes liturgisches Gewand. Die Ministrantengewänder sind im Wesentlichen seit Jahrhunderten unverändert. In der Regel tragen Ministranten als Untergewand einen roten Talar und einen dazugehörigen Kragen. Regional schließt man sich der liturgischen Farbe des Tages an, benutzt also auch grüne und violette Gewänder; wenn die liturgische Farbe des Tages weiß ist, wird ein rotes Untergewand getragen. Darüber trägt man immer das weiße Chorhemd, oft nicht ganz richtig auch Rochette, genannt, das an das Taufkleid  erinnert.  Als besonderes Symbol tragen die Ministranten während der Messe ein Kreuz um den Hals.

► Der Heilige Tarcisius

Tarcisius (auch: Tharsicius, Tarsitius, Tarzisius oder Tarkisius) war der Legende nach ein römischer Junge, der in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhundert zur damals verfolgten christlichen Gemeinde in Rom gehörte und dem Priester in der Seelsorge half. Er ist der Schutzheilige der Ministranten.